Eroica

 

Die erste Eroica Veranstaltung fand 1997 in Gaiole in der italienischen Toscana statt.

Eine Radrundfahrt für klassische Rennräder auf rauen Straßen der Urzeit des Radsports.

Man könnte die Eroica auch als  "die Mutter aller Klassikradveranstaltungen"  bezeichnen.

 

Das Motto lautet: "La bellezza della fatica e il gusto dell'impresa" was ungefähr so viel bedeutet wie - "Die Schönheit der Anstrengung  (Müdigkeit) und die Lust am Unterfangen (dem Wettkampf)" - oder auch     "Der Zauber der Erschöpfung und die Lust am Wagnis."

 

Die "Strade Bianche" (italienisch auch Strada Bianca) - die weißen Schotterstraßen der Toscana haben seitdem einen wahren Klassik - Hype ausgelöst.

Ein gleichnamiges Rennen über die weißen Straßen, erfreut sich auch bei den Profis einer immer größer werdenden Beliebtheit.

 

 Seit einigen Jahren breitet sich die Eroica in die ganze Welt aus.

 

Es gibt mittlerweile Eroica-Veranstaltungen auch in England, den Niederlanden, Spanien, Japan, USA, Süd-Afrika, der Schweiz, weiteren Regionen Italiens und ...

 

.... seit 2018 auch in Deutschland - die "Eroica Germania"

Und welche Region würde sich besser dazu eignen, als der Rheingau?

Eltville Erbach ist der Start- und Zielort.

Hier geht es wie im Original in Italien, auch durch Weinberge und über grobe Schotterstraßen.

Hier wird richtig Rad gefahren - so wie früher.

Hier geht es rauf und runter in verschärfter Form - und das mit Rädern, die vor 1987 gebaut sein müssen.

Hier macht es Spaß einen Oldtimer zu fahren.

 

Link zur Eroica

 



2021  -  Eroica Gaiole - mit dem Peugeot PX10

Erstmals bei der Mutter aller Eroicas in der Toskana .......

Eigentlich war ich ja schon für 2020 gemeldet, die Veranstaltung wurde aber aus den bekannten Gründen abgesagt.

Also hieß es ein Jahr warten, bis ich endlich auch hier starten konnte.

Bei traumhaftem Wetter ging ich gegen halb neun auf die 81km Runde - " Gallo Nero".

Nachdem die ersten Kilometer nur bergab führten, kam mit dem Parcours " Luciano Berruti" die erste Auffahrt auf Schotter - den sogenannten "Strada Bianca".

Ab jetzt waren die Schotterstraßen in der Überzahl und prägten den Charakter der Veranstaltung.

Obwohl es bei der 81km Strecke auch über knapp 1600 Hm  ging, waren die Auf - und auch die Abfahrten auf dem losen Untergrund der wahre Grund für die nach und nach einsetzende Müdigkeit in den Beinen.

Zum Glück hatte ich vorher noch 30mm breite Reifen aufgezogen, die neben höherer Pannensicherheit vor allem bei den Abfahrten auch viel mehr Fahrsicherheit boten und somit höhere Geschwindigkeiten zuließen.

Der Anstieg nach Radda kostete schon einige Körner, die aber bei der ersten Verpflegungsstelle im Ort wieder aufgefüllt wurden.

Es ging weiter bergab - bergauf durch die herrliche Landschaft.

In einem kleinen Dorf hatte ein Metzger eine weitere Verpflegung eingerichtet und bot den Teilnehmern seine leckere Wurst und Wein an.

Ab nun wurde es aber wirklich heftig.

Viele Kilometer ging es über Schotter nur bergauf.

Teilweise wurde von vielen das Rad geschoben. Dank meiner "altersgerechten" Übersetzung von 38 / 28 Zähnen kam ich aber im Fahren die Rampen hinauf.

Als irgendwann die zweite Verpflegungsstelle kam, glaubte ich am höchsten Punkt der Tour zu sein.

Dies war aber ein Irrglaube.

Bis das es endlich mal wieder länger bergab ging, waren noch einige Höhenmeter zu absolvieren.

Geschätzt 10 km ging es nun ins Tal, was aber bedeutete, dass es die letzten 15 km nach Gaiole ins Ziel noch einmal bergauf gehen musste.

Und diese Kilometer bergan taten nun richtig weh.

Aber um so schöner war es dann, als das Ortsschild von Gaiole erschien und die letzten Kilometer "Strada Bianca" fast nur noch bergab gingen.

Eine herrliche Tour ging ohne Pannen zu Ende und ich konnte die "Schönheit der Müdigkeit" bei einem Glas Rotwein und einer Portion Pasta genießen.

 

Obwohl ich zwischendurch (besonders zum Ende hin) an der Sinnhaftigkeit des Unterfangens - "wegen ein paar Radkilometern rauf und runter auf weißem Schotter" -  über 2000km mit dem Auto an- und abzureisen, gezweifelt hatte (was vielleicht auch an der einsetzenden Müdigkeit lag), so war ich mir ein paar Stunden später schon wieder sicher, auf jeden Fall noch einmal zurück zu kommen.

Der Flair dieser Veranstaltung war mit keiner anderen bisher vergleichbar.

 


2021  -  Eroica Limburg  -  mit dem Peugeot PX10

Für 2021 habe mich erstmals auch zur Eroica Limburg angemeldet.

Diese Veranstaltung wird in Valkenburg in der niederländischen Provinz Limburg gestaret.

In und um Valkenburg wurden bereits 5x die Radweltmeisterschaften ausgerichtet - bestimmt auch ein Zeichen, dass man hier mit anspruchsvollen Strecken rechnen muss.

Auch der Kassiker Amstel Gold Race führt durch diese Gegend und endet seit vielen Jahren in Valkenburg.

Ursprüglich sollte sie in diesem Jahr schon Ende Juni stattfinden, wurde aber aufgrund von Corona in den September verschoben.

 

Am Vorabend der Eroica in Valkenburg angekommen. wollte ich eigentlich schon am TI Raleigh Reunion Ride  mit vielen ehemaligen Profis teilnehmen, aber zahlreiche Staus auf der Hinfahrt machten mir einen Strich durch die Rechnung.

So "mussten" Joop Zoetemelk, Klaus-Peter Thaler, Bernard Hinault, Jan Jansen und viele andere die Strecke ohne mich unter die Räder nehmen :-)

Aber auch so war auf dem Festival-Gelände sehr viel los und noch mehr zu sehen.

Wenigstens sah ich die Helden noch nach ihrer Tour ankommen.

 

Am Samstag Morgen gegen kurz nach halb 9 machte ich mich auf die 125km Strecke - die sogenannte Limburg Runde.

Kurz nach dem Start ging es unter Tage durch die Grotten von Valkenburg.

Direkt danach ging es den berühmten Cauberg hinauf.

Wie "befürchtet" ist hier eine harte Strecke ausgeschildert worden.

Zumal die ausgeschriebenen 125km tatsächlich auch noch 138km waren.

Gefühlt die Hälfte der Strecke ging über Schotter und unwegsames Geläuf - fast schon mit einem Querfeldeinrennen vergleichbar.

3 platte Schläuche waren das Resultat der spitzen Steine und dann gab nach dem ersten Aufpumpen auch noch meine Pumpe ihren Geist auf.

So war ich dann auf die Unterstützung von anderen angewiesen.

Aber Radfahrer untereinander helfen sich.

Von einem Holländer bekam ich eine Pumpe geliehen und beim 3. Platten half mir ein Franzose mit einer CO²-Kartusche aus.

Vielen Dank dafür :-)

Zum Glück gab es unterwegs einige Raststationen, die einem wieder etwas Kraft gaben.

Besonders die vorletzte hatte große Klasse - es gab Bier und kräftiges Essen :-)

Leider hatte ich auch ein paar Extra-Kilometer auf der Uhr, da ich zweimal die Wegweiser übersehen hatte.

Aber trotzdem war es eine wunderschöne Strecke.

So kam ich dann am späten Nachmittag recht erschöpft wieder ins Ziel.

Eine harte Tour war geschafft.

 


2021  -  Eroica Germania  -  mit dem Peugeot PX10

Noch immer legt Corona seinen Schatten über die Welt und den Sport.

Doch auch dieses Jahr gelang es den Veranstaltern die Eroica Germania in Eltville/Erbach zu starten.

 

Meine Streckenwahl war wieder die mittlere Strecke - mit eigentlich knapp 80km und etwa 1300Hm.

Leider verpasste ich aber 2x eine Abzweigung (diesmal nicht optimal ausgeschildert) und so wurden es 86km mit gut 1450Hm.

Dies tat aber dem Spaß keinen Abbruch. Die Freude, dass das Material trotz hauptsächlich mehr gefahrenen Schotterstücken so prächtig ausgehalten hat, war riesengroß. Auch wenn der Fahrer stellenweise etwas genervt und geschlaucht war ;-)

 

Teilweise wurde in diesem Jahr die Strecke wieder geändert.

Nach der langen aber wunderschönen Fahrt durchs Wispertal ging es im letzten Jahr noch über einen schlecht zu fahrenden ziemlich steilen Schotteranstig elendig lange bergauf.

Diese Strecke wurde nun durch geteerte Feldwege ersetzt.

Wahrlich eine gute Entscheidung.

 

An den beiden Stationen konnte man sich ausreichend stärken und neue Kräfte für die weiteren Kilometer sammeln.

 

Bei herrlichem Radfahrwetter kamen wohl an die 500 - 600 Eroicis zusammen und konnten nach der Tour im Garten des Weingutes den Tag mit Wein, Wurst und Fachgesprächen ausklingen lassen.

 


2020  -  Eroica Germania   -   mit dem Kondor

Trotz Corona war es den Veranstaltern gelungen, die Eroica im Rheingau durchzuführen.

Mit zahlreichen Einschränkungen im Rahmenprogramm, Hygieneregeln auf dem Festivalgelände und an den Verpflegungsstellen.

Auch war die Teilnehmerzahl auf 500 begrenzt.

Aber so war es möglich, auch in diesem Jahr auf vielen Schotterstraßen den Rheingau zu durchfahren.

Die mittlere Tour war auch in diesem Jahr meine Wahl, die ich mit dem "schwäbischen Raubvogel" angehen wollte.

 

Um 08:30 Uhr begann das Startfenster für die mittlere Runde - um kurz nach acht rollte ich im Startbereich ein.

Hier traf ich Jockel Faulhaber, den Veranstalter der Tretro in Sinsheim, mit dem ich kurz plauschte.

Dankenswerterweise bekam ich von ihm einige Bilder vom Start.

In der Nacht hatte es ein wenig geregnet und es war frisch am Morgen.

Ideales Fahrradwetter.

Los ging es über erste Anstiege und Schotterpisten hinaus aus Eltville-Erbach.

Nach gut 21km und einem extrem steilen Anstieg kam die erste Verpflegungsstelle.

Über einige Wellen ging es weiter bergauf um dann bei Kilometer 32 den Start zu einer gut 4km langen traumhaften Abfahrt auf glattem Asphalt ins Wispertal einzuläuten.

Doch diese Abfahrt machte auch Angst. Nämlich , dass man diese abgefahrenen Höhenmeter irgendwann bestimmt auch wieder hinauf fahren muss.

So war es dann auch am Ende des Tals. Als neue Schwierigkeit wurde dieses Jahr ein Aufstieg auf Schotterwegen eingebaut.

Auf bestimmt mal 3km Länge waren Steigungen über 10-12% auf grobem Schotter zu bezwingen.

Nachdem es langsam flacher und auch die Wege wieder besser wurden, kam auch endlich die zweite Kontrollstelle.

Hier genoß ich endlich mal vom leckeren Rheingauer Wein (nur als Schorle natürlich :-).

Ein paar Kilometer ging es gewellt durch Wald und Feld, um dann über eine  Betonplattenabfahrt fast bis auf Rheinniveau hinab zu fahren.

Da sich diese auch noch recht lange und steile Abfahrt leider in einem schlechtem Zustand befand, musste auch ordentlich gebremst werden, was zu starker Hitzeentwicklung an den Felgen führte. In Folge dessen litt leider mein Vorderreifen, der dann auf den letzten Kilometern bis ins Ziel mit einer Beule für reichlich "Gehubbel" bei der Weiterfahrt sorgte.

Ansonsten hat das Kondor die Strapazen klaglos überstanden.

Eine herrliche Eroica fand nach 75km und 1400Hm im Hof von Baron von Knyphausen bei einer "Rennwurst" und einigen kühlen Getränken einen würdigen Abschluß.

Beim Ausruhen im Schatten fand mich dann auch Jürgen, mit dem ich mich eigentlich schon am Start treffen wollte, dem aber morgens etwas dazwischen gekommen war. Auch er war die 75km geradelt.

 

Trotz Corona war es eine schöne Veranstaltung, aber hoffentlich sind die Rahmenbedingungen im nächsten Jahr wieder normal.


2020  -  Eroica Gaiole (das Original in der Toscana)

Zum ersten Mal hatte ich mich im Januar erfolgreich für die Mutter aller Eroicas angemeldet.

Ein ärztliches Attest über meine Radsporttauglichkeit wurde an das Organisationsteam gesandt und so war ich voller Vorfreude auf den Herbst.

Am 04. Oktober sollte in der Toscana auf den Strade Bianchi die Eroica ihren Staub aufwirbeln.

Doch leider machte auch hier Corona einen Strich durch die Rechnung vieler Radklassiker-Fans.

Die Veranstaltung wurde am 07. August abgesagt.

Aber die Gesundheit geht vor - und 2021 ist ja nicht mehr weit.

Hoffentlich zählt dann meine Anmeldung noch und ich kann die Fahrt in die Toscana antreten :-)


2019  -  Eroica Germania   -   mit "Didis Renner"

Ich entschied mich für die mittlere Distanz - 77km mit 1400Hm sollten für ordentlich müde Beine an diesem heißen Tag (24.08.19) sorgen.

Geschätzt waren es ein fünftel (oder sogar noch mehr) der Gesamtstrecke, die auf teilweise echt grobem Schotter zurückgelegt werden mussten.

Doch das Rad und auch die Schlauchreifen hielten diesen Widrigkeiten stand.

Wie immer bei solchen Veranstaltungen, lernte ich auch hier wieder total interessante Menschen kennen.

Neben Jürgen auf seinem schönen Rickert-Renner, den ich schon seit vielen Jahren von der Td3 kenne, traf ich auch noch Jens - einen Radliebhaber aus Berlin und Ingo - einen ehemaligen Nationalfahrer, deutschen Meister und Olympia-Teilnehmer, mit denen ich die Runde beendet und den ein - oder anderen Wein während und nach der Tour getrunken habe ;-)