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Wie man sich doch täuschen kann

Strahlend blauer Himmel, wahrhafte Hitze - nahezu sommerliches Wetter wurde uns in den Wetterberichten der letzten Tage für unsere heutighe Tour vorhergesagt.

Dementsprechend flick gekleidet (bezeichnet die etwas zu dünn gewählte Kleidung bei kühlen Temperaturen), kamen Carolin, Michael (mit kurzen Ärmeln), Paul und ich zum Treffpunkt.

Sollte uns der Wetterfrosch so dermaßen getäuscht haben?

Kurz wurde noch über die zu fahrende Tour sinniert und dann der von mir vorgeschlagenen "Silke´s Lieblingstour" zugestimmt.

Auf kurze Rückfrage bezüglich der Streckendaten, entfuhr es mir spontan: "60-70km, 2 echte Steigungen und vielleicht 650Hm."

Alle waren zufrieden und haderten nur mit den kühlen Temperaturen.

Wir fuhren los in der Hoffnung, dass es uns beim Fahren schon warm werden würde.

Durchs Solmsbachtal radelten wir fast bis Weiperfelden stromaufwärts, um kurz vorm Ort rechts abzubiegen hinauf nach Bodenrod.

Auf der Höhe nach dem Ort, ging es rechts ab mit einem tollen Feldbergblick in Richtung Michelbach und weiter nach Eschbach.

Bis zu dessen Klippen stieg es noch mal an, ehe wir es in den Ort runter ordentlich laufen lassen konnten.

Am Ortsausgang bogen wir rechts ab auf den welligen Radweg nach Usingen.

Bis hierhin war immer noch nichts vom schönen Wetter zu sehen - wir waren ziemlich enttäuscht.

In Usingen fuhren wir dann zickzack durch ein paar ruhige Wohngebiete, ehe wir an den Hattsteinweier gelangten.

Diesen ließen wir allerdings rechts liegen und bogen dann auf die nun stramm ansteigende Straße in Richtung Niederlauken ein.

Die steilste Stelle dieses Anstiegs begann beim Viadukt der Taunusbahn etwa einen halben Kilometer vor der kreuzenden Hauptstraße.

Nun wurde es uns endgültig warm, aber auch die Sonne kämpfte sich durch die Wolken.

Ab da ging es zunächst noch etwas leicht kupiert weiter, ehe es nach Niederlauken flott bergab.

Diese Abfahrt entschädigte für die Mühen des Aufstiegs, zumal nun auch blauer Himmel durch das grün des Waldes lugte.

Der Wettermann hatte sich doch nicht getäuscht - das Wetter hatte sich nur mehr Zeit genommen.

So ging es auch weiter durch die schönen Täler bis Gemünden und Emmershausen im Weiltal.

Mit flottem Windschattenfahren waren wir rasch in Weilmünster angekommen.

Hier schlug ich schon am Ortseingang den Abzweig zum Weiltalradweg ein - sehr zur Verwunderung der Mitfahrer, die diesen Weg noch gar nicht kannten.

Bis nach Weilburg folgten wir dem beschaulichen Lauf der Weil auf dem herrlich asphaltierten, ehemaligen Eisenbahndamm.

Da in Weilburg nach dem Mühlbergtunnel die Bahnschranken geschlossen waren, bogen wir auf den Leinpfad ab, den wir bis Ahausen befuhren.

Von nun an ging es auf bekannten Pfaden über Löhnberg, Biskirchen, Stockhausen und Tiefenbach zum Lahnbahnhof.

Auf diesen leicht welligen Kilometern machte sich bei Carolin etwas die Müdigkeit sowie die einsetzende Unterzuckerung bemerkbar.

Vor ihrem geistigen Auge sah sie einen dicken Eisbecher hängen, dem sie mit letzten Kräften noch folgen konnte.

So kam es dann auch, dass wir nach den letzten Kilometern vorbei am Scholeck und durch die Lahnwiesen, zum ersten Eisstopp für dieses Jahr, die Burgsolmser Eisdiele ansteuerten.

Beim Blick auf den Tacho wurde den anderen nun bewusst, dass ich mit meiner Prognose wohl etwas falsch lag - ja die anderen sogar böswillig belogen hätte.......

Aber so war das natürlich nicht. Ich hatte mich schlicht und ergreifend nur etwas getäuscht.

Das kann ja wohl mal passieren. Die Wettervorhersage hatte ja auch nicht ganz gestimmt.

Statt den angesagten 60-70km waren es halt 83km und anstatt 650Hm sollten es dann doch 774Hm geworden sein.

So kann man sich halt täuschen ;-) 

Hoffentlich hat diese unbeabsichtigte Täuschung bei keinem der Mitfahrer einen bösen Beigeschmack hinterlassen, sodass auch alle bei den nächsten Touren wieder mitfahren.   (Stephan)