Rennradpreise - Früher und Heute

 

In diesem Kapitel möchte ich einmal die Frage stellen, warum Rennräder mittlerweile unheimlich teuer geworden sind.

 

Hierbei vergleiche ich die Jahre um 1982/83 mit den Jahren 2022/23 - also einen Zeitraum von 40 Jahren.

 

Hatte Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ein Facharbeiter in der Metallindustrie etwa einen Durchschnittslohn von ca. 2.500,- DM (entspr. 1.278,-€) im Monat, so bekommt ein vergleichbarer Facharbeiter 2022/23  etwa 3.500,-€ (entspr. 6.846,- DM).

Das ist eine Lohnsteigerung um etwa 270%.

 

1982/83 hat ein Profirennrad (in diesem Fall: GIOS Torino m. Campagnolo Super Record Ausstattung, Cinelli Sattel + Vorbau-Lenker, pantografierten Teilen, Laufrädern mit Mavic SSC Felgen und Clement Seidenreifen) für den  privaten Kunden beim Frankfurter Versender Brügelmann in etwa stolze 3.500,- DM (entspr. 1.789,-€) gekostet.

Um sich solch ein Profi-Rennrad kaufen zu können, benötigte besagter Durchschnittsarbeiter ungefähr 1,4 Monatslöhne.

(Natürlich nur rein rechnerisch, denn der Monatslohn wurde ja auch für das tägliche Leben benötigt und ein kleiner Teil konnte vielleicht für ein Rennrad zurückgelegt werden.)

Rennräder für Einsteiger kosteten bei Brügelmann damals zwischen 500,- und 700,- DM (entspr. 255,-€ / 358,-€).

 

40 Jahre (2022/23) später kostet ein Rennrad, welches bei Profirennen eingesetzt wird zwischen 11.000,- und 14.000,-€ (entspr. 21.516,- / 27.384,- DM) ).

Das bedeutet, dass ein Durchschnittsarbeiter mittlerweile gut 3 - 4 Monatslöhne für ein Profi-Rennrad zurücklegen muss.

Einsteiger-Rennräder liegen etwa bei 1.000,- bis 1.400,-€ (entspr. 1.956,- bis 2.738,- DM).

 

Hat sich also der Lohn in den letzten 40 Jahren knapp verdreifacht, sind Profirennräder mittlerweile 6-8 mal so teuer geworden.

Einsteiger-Rennräder kosten in etwa das 4-fache, wie noch vor vier Jahrzehnten.

 

Das sind zunächst nur mal die bloßen Zahlen.

Diese lassen aber erkennen, dass gute Rennräder in der heutigen Zeit, für das normal arbeitende Volk, in immer größere Ferne rücken.

Warum das so ist, versuche ich zu einem späteren Zeitpunkt zu ergründen.

 

Ein interessanter Bericht dazu findet sich hier.

 

Aber ob das wirklich alles so sein muss - dass man ständig neue Räder braucht, die noch leichter, noch aerodynamischer oder generell noch schneller sind - weiß ich nicht.

Das muss jeder Rennradler für sich selbst entscheiden.