Alte Telefone

 

Was machen denn alte Telefone bei den Rennrad-Geschichten?

Nun - sie sind einfach da, weil sie auch eine meiner Sammelleidenschaften sind.

So wie alte Rennräder, stehen sie für solide Technik, schönes Design und sie besitzen einfach Charme.

 

Sie sind auf dieser Seite - entweder auch als Requisite zu gebrauchen, oder einfach nur hier zum anschauen und in den guten alten Zeiten schwelgen, in denen man beim telefonieren nur telefonieren und nicht in der Gegend rumlaufen und andere Dinge erledigen konnte.

Früher bei den schnurgebundenen Geräten hat man es sich auch überlegt, ob man stundenlange Telefonate führte, es sei denn man hatte einen Stuhl beim Telefon stehen ;-)

Solch alte Telefone haben mich schon immer interessiert - vor allem, wenn sie etwas von den "normalen" Standard-Telefonen abweichen.

 

Sicherlich passen auch einige dieser Telefon zeitlich perfekt zum ein oder anderen Rennrad.

 

Im folgenden Kapitel findet man ein paar "normale" Telefone, aber auch ein paar Exoten.


W48

Das Standard-Telefon in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg.

Dieses Modell wurde von vielen Herstellern zwischen 1948 und 1963 für die Deutsche Bundespost gebaut.

Beide hier abgebildeten Geräte wurden von der Fa. Krone produziert.


W49

Im Prinzip baugleich mit dem W48, aber für die Wandmontage gedacht.


Wandtelefon (f. Nebenstellenanlagen) von Siemens

Auch für private Anlagen in Firmen etc., gab es Wandtelefone.

Diese durften aber nicht am Post-Netz betrieben werden.


Trommelwähler Fgtist 264 von Siemens 

Mit dem Trommelwähler hatte Siemens Anfang der 50er Jahre (da noch der Fgtist 261 aus Bakelit) großes vor.

Ab 1952 wurden die außergewöhnlichen Telefone aus Polystyrol als Fgtist 264 gebaut.

Sollte er doch das Telefonieren auch für Linkshänder (die oftmals mit der normalen Drehscheibe Schwierigkeiten hatten) erleichtern, konnte er sich aber nie wirklich durchsetzen.

Angeblich gab es einige Probleme beim Wählen, da der Zugnummernschalter nicht ganz nach unten (entsprechend der gewünschten Nummer) gezogen wurde, oder aber weil sich die Sekretärinnen ihre auch damals schon langen Fingernägel abgebrochen haben.

So wurde der Trommelwähler schon nach 1955 wieder aus den Regalen (besser gesagt von den Schreibtischen) genommen.

Aber damit sind die Trommelwähler mittlerweile eine seltene Spezies geworden.

Sie waren in schwarz, elfenbein und auch in rot und grün zu bekommen.

 

Nur für private Anlagen in Firmen etc. zugelassen

Durfte nicht am Post-Netz betrieben werden.


Tischtelefon Fgtist 282 von Siemens

In der Form ähnlich dem Trommelwähler, war es quasi sein Nachfolger, aber wieder mit der normalen Drehscheibe.

Es wurde zwischen 1955 und 1973 gebaut.

 

Nur für private Anlagen in Firmen etc. zugelassen

Durfte nicht am Post-Netz betrieben werden.


Grillo

Ein Telefon, welches ab 1966 in Italien von Siemens für die italienische Post gebaut wurde, war das erste Telefon der beiden Designer Marco Zanuso und Richard Sapper.

Das revolutionäre Design (es wurde auch schon mal "Maus" dazu gesagt), ließ zu, dass man wenn die Anschlussschnur lange genug war, mit dem Telefon (da alles in einem Handteil integriert war) beim telefonieren auch durch den Raum gehen konnte.


FeTAp 611

Das Standard-Telefon der 70er Jahre, welches von 1963 bis 1984 produziert wurde.

Als Telefon für die breite Masse der Post-Kunden, folgte es dem "alten" W48.

Auch dieses Modell wurde von vielen Herstellern für die Post gebaut.

Man konnte es zunächst nur in kieselgrau, ab 1972 auch in ockergelb, lachsrot, farngrün und hellorange bekommen


DFeAp 320 - Stuttgart

Von SEL in den Jahren 1981 - 82 hergestellt, wurde es auch als Modell Consul für private Nebenstellen verkauft.

Es war in den Farben moosgün, chromgelb und perlweiß erhältlich.

Interessant ist die Lautstärkenregelung des Tonrufs, die hier über die verschiebbare Abdeckung rechts neben der Wählscheibe verändert werden kann.

Das (private) Consul gab es noch in weiteren Farben und später auch mit einem Tastenblock.


DFeAp 370 - Manhattan (Miniset 100)

Dieses postzugelassene Kompakt-Telefon wurde im Auftrag von Siemens für die Post gebaut (als Miniset 100 durfte es als Siemens-Telefon an private Nebenstellenanlagen).

Es hatte seine Wählscheibe im Hörer, war zwischen 1980 und 1984 lieferbar und folgte dem Trend der Telefone in amerikanische Filmen.

Folgende Farben gab es: elfenbein, bordeauxrot, lichtblau, moosgrün, braun, weiß - als Wandapparat DFeAp 390 nur in moosgrün und braun.

Um dass die eigentlich leichte Unterschale nicht beim telefonieren am Spiralkabel "baumelte", hatte sie einen schweren Boden aus Metall.

Später entstand daraus das Modell Dalles, welches einen Tatstenblock im Hörer hatte.


FeTAp 791

Gleiche Technik wie das FeTAp 611, aber im neuen Design.

War das Gehäuse zwar eigentlich schon für Tastwahlblöcke gedacht, wurde es auf Wunsch vieler Benutzer von etwa 1979 bis 1990 nach wie vor mit Wählscheibe gebaut.

Die Farbgebung - zunächst  in beige, rot und grün, wurde (mit den marmorierten Modellen) aber langsam auch etwas neuzeitlicher.

Äußerst selten dürfte wohl das Modell in blau sein.


FeTAp 0111

Der Nachfolger vom FeTAp 791 hatte schon einen Tastenblock und eine neue Platine (Elektronik), war aber vom Gehäuse her ansonsten baugleich.

Bauzeit war von etwa 1987 bis 1993.

Es war in den Farben blau, rot, grün und braun erhältlich.


DFeAp 301 - Design-Telefon Lyon 

Die Post musste sich nachdem ihr Telefon-Monopol ausgelaufen war, etwas einfallen lassen, um die Kunden bei der Stange zu halten.

So wurden dann Anfang der achtziger Jahre einige Design-Telefone auf den Markt gebracht.

Eines davon war das Modell Lyon, welches ab Ende 1980 verfügbar war und irgendwann auch eine zeitlang in meinem Elternhaus klingelte.

Aufgrund des schweren Hörers fasste man sich beim telefonieren aber tatsächlich recht kurz.

Das Gehäuse ist aus echtem Holz.


DFeAp 330 - Design-Telefon Oslo 

Das als "Elefantenfuß" bekannte Telefon mit Tastenblock, ist aus massivem Eschenholz gefertigt.

Auch der Hörer hat ein immenses Eigengewicht.

Ab etwa 1984 wurde es von der deutschen Bundespost ihren Kunden angeboten.