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Auf nach Münster - oder auch - lauter schöne Abfahrten

Doch nein, der Ort den die geneigten Leserinnen und Leser vermutlich zuerst assoziieren liegt nicht in Nordrhein-Westfalen sondern tatsächlich im schönen Hessen und zudem in unserem Wirkungskreis.

 

Doch, Eins nach dem Anderen.

 

Am bekannten Treffpunkt versammelten sich heute Bernd, Paul und Michael.

Paul und Bernd spürten noch die Strapazen ihrer gestrigen Fahrt auf den Feldberg, zum Radrennen „Eschborn-Frankfurt“ in ihren Beinen, was sie aber nicht davon abhielt, heute nochmals auf das Velo zu steigen.

Da sie selbst keine Routenvorschläge parat hatten und Michael als Fahrwart auserkoren wurde, lauschten die Beiden gespannt auf seinen Vorschlag. Michael offerierte ihnen ein paar herrliche „Abfahrten“, die sie auch sofort akzeptierten.

Pauls kurze Anmerkung, ich hätte ja heute auch eine Fürsorgepflicht, interpretierte ich dahingehend, dass zu viele flache Abschnitte eine zu starke Auskühlung der Körper zur Folge haben könnte, was aber durch die Routenauswahl und die rasch steigenden Temperaturen eher nicht zu befürchten war.

Vielleicht meinte er ja auch etwas Anderes…..

 

Los ging es wieder einmal im schönen Solmsbachtal, wo wir in Bonbaden noch Evelyn einsammelten und somit als munteres Quartett unterwegs waren. Ab Neukirchen ging es durch den Weipersgrund zum ersten Mal bergan und über Möttau in rasantem Tempo die erste „Abfahrt“ hinab nach Weilmünster. Auf der ehemaligen Bahntrasse nach Laubuseschbach pedalierten wir in gemächlichem Tempo durch das schöne Tal. Kurz vor Laubuseschbach verklemmte sich die Kette von Bernds Rad, was zum ersten Mal auf dieser Runde verölte Finger zur Folge hatte.

Eine Steigung von 9% (kurzzeitig sogar 11%) sorgte für weitere Erwärmung, wobei die Sonne auch ihren Teil beitrug.

Ab dem Scheitelpunkt folgte die nächste herrliche „Abfahrt“ in das oben erwähnte Örtchen Münster, wo uns am Ortsende der nächste Anstieg erwartete. Oben angekommen genossen wir den schönen Ausblick und die herrliche Landschaft mit ihren üppig gelb blühenden Rapsfeldern. Und schon stand die nächste genussvolle „Abfahrt“ in den Ort Aumenau an der Lahn an.

Nun hätten wir eigentlich bequem auf dem Lanhnradweg zurück fahren können, aber Michael hatte noch ein paar andere Ideen, die er selbstbewusst vortrug und auch hier keine Wiederrede erfuhr.

Michael schien heute, qua seines Amtes, eine gewisse Autorität auszustrahlen.

 

Also ging es nochmals aufwärts in Richtung Seelbach und Falkenbach und, wie sollte es anders sein,  auf die nächste wunderbare „Abfahrt“.

War das jetzt noch zu toppen?

Ja! Wieder im Lahntal angekommen schlugen wir nicht den Weg über Gräveneck ein, sondern lenkten unsere Gefährte in Richtung Wirbelau, wo wir uns mit wirbelnden Kurbeln durch den Ort nochmals aufwärts bewegten.

Dass auch hier immer noch keiner murrte wurde mir langsam unheimlich.

Vermutlich wollten sich die beiden „Feldbergler“ keine Blösse geben und Evelyn ist sowieso hart im Nehmen.

 

Die „Top-Abfahrt“ nach Odersbach entschädigte jedenfalls für die Strapazen des Aufstiegs.

Ein platter Reifen an Bernds Fahrrad sorgte für ein kleine Verschnaufpause und wiederum verölte Finger an Bernd.

Jetzt wurde ich übermütig und schlug vor, durch das Weiltal zurück zu fahren und den Anstieg über Edelsberg mit anschließender „Abfahrt“ nach Philippstein zu nehmen.

Das war dann doch zu Viel des Guten und so fuhren wir zügig auf dem bekannten R7 zurück.

Im Eis-Café Capri in Solms, gönnten wir uns noch Spaghetti-Eis und Capuccino und rollten zu unserem Startpunkt zurück.

Angesichts der vielen „Abfahrten“ erschien die heutige Runde gar nicht so anstrengend.

Schöner Radsport bei herrlich frühsommerlichen Temperaturen ließen uns dreieinhalb Stunden lang die Sorgen des Alltags vergessen.

Wir legten gut 70 km zurück und überwanden dabei knapp 900 Höhenmeter.     (Michael)